Es ist bei jeder Katastrophe oder globalen Ereignis dasselbe Muster – es dauert nicht lange bis kriminelle Trittbrettfahrer mit auf den Zug springen und passend dazu Malware und/oder Phishing Mails verbreiten. Das jüngste Beispiel zeigt sich beim Coronavirus.

Das amerikanische Sicherheitsunternehmen Mimecast berichtet von einem aktuellen Fall, bei dem Angreifer Emails mit „Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus“ versenden. Statt Schutz vor einem realen Krankheitsvirus zu bieten handelt es hier jedoch selbst um einen (digitalen) Virus.

Bislang richten sich die Angriffe nur gegen amerikanische User. Wahrscheinlich ist es auch hier nur eine Frage der Zeit bis auch deutsche Nutzer ins Visier der Kriminellen geraten.

Anhand des Coronavirus lässt sich wieder einmal sehen, wie schnell Kriminelle auf aktuelle globale Ereignisse reagieren und sich Angst, Neugier oder Sensationslust zu eigen machen.

Michael Schumacher, MH370

Erinnert sei zum Beispiel an den tragischen Ski-Unfall von Michael Schumacher vor einigen Jahren, wo Kriminelle nach wenigen Stunden bereits angebliche Videos des Unfalls im Netz verbreitet haben – und die allgemeine Sensationslust zur Verbreitung von Trojanern genutzt haben.

Sei es der Absturz von Malaysian Airways MH370, vermeintliche Todesmeldungen von Prominenten, Falschmeldungen zu vermeintlichen Terroranschlägen, die in Abofallen enden, dem Einfallsreichtum der Kriminellen sind keine Grenzen gesetzt.

Quelle: https://www.mimikama.at/allgemein/selbstmord-von-stefan-raab/

Auch bei Coronavirus reihen sich Panikmache, Fake News und abstruse Verschwörungstheorien in das übliche Schema ein. Und leider spielt das Coronavirus auch den Angstverbreitendern und Panikmachern in die Karten, und dass weltweit.

Psychologie als Waffe

Wie bei jeder Art von Phishing greifen auch im Fall vom Coronavirus dieselben tief verwurzelten Mechanismen unserer Psyche, die uns manipulieren und zu schwerwiegenden Fehlandlungen verleiten.

Diese Psychotricks der Angreifer zählen zum Handwerkszeug jedes guten Betrügers und dass nicht erst seit der Erfindung des Internets. Die Kriminellen spielen mit unseren tiefsten Emotionen, was uns dazu bringt, unsere gesunde Skepsis auszuschalten und Dinge wie das Klicken auf Links von Emails unbekannter Absender zu tun, obwohl man eigentlich besser wissen sollte.

Im Fall des Coronavirus spielen die Kriminellen mit der angeboreren Neugier als Triebfeder unserer Psyche. Tief unterbewusst streben Menschen danach unbekannte, lebenswichtige Informationen zu erlangen. Was aus Evolutionssicht ein klarer Vorteil war, ist für Cyber-Kriminelle ein einfacher Ansatz zum erfolgreichen Phishing. In diesem Fall werden lebenswichtige Informationen in Aussicht gestellt („Tipps zur Schutz vor dem tödlichen Coronavirus“), die einem indirekt implizieren – nur mit diesem Wissen kannst Du überleben.

Phish-Test: Phishing Mails besser erkennen

Wer sein Verhalten bei der Erkennung von Phishing-Emails trainieren möchte, sollte sich beim kostenlosen Phishing-Test unseres Partners SoSafe anmelden. Weitere Informationen unter https://phish-test.de/