FälschungBei der Durchsicht von Online-Anzeigen sollte man aktuell besonders vorsichtig sein. Bösewichter mischen ihre gefälschten Anzeigen unter die echten, sammeln persönliche Daten der Nutzer und missbrauchen diese für weitere kriminelle Handlungen.
Wer einen neuen Job sucht, eine Wohnung oder gar ein neues Auto, der schaut wahrscheinlich online: Suchmaschinen, automatische Agenten und Kleinanzeigen-Portale filtern die zahlreichen Angebote. Genau das machen sich Kriminelle zunutze, springen auf diesen Zug auf und legen zum Teil auf sehr professionelle Art und Weise ihre Köder in Form gefälschter aber gezielter Anzeigen aus.

Nach wie vor und scheinbar ohne Widerstand tauchen immer mehr gefälschte Anzeigen im Internet auf. Leider bringen es die wenigsten Geschädigten zur Anzeige.

Gefälschte Anzeigen bei der Job-Suche: (Fälschung)

Die Jobsuche über diverse Internet Online-Börsen ist heute Standard. Wurde eine vakante Stelle gefunden, werden wie gefordert die Unterlagen wie Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse an die Kontakt E-Mail Adresse des anzeigestellenden Unternehmens versendet. Eigentlich erwartet der Bewerber eine zeitnahe Eingangsbestätigung und einige Wochen später weitere Informationen zur Bewerbung. Nach geraumer Zeit des Wartens wurde einem Bewerber nach telefonischem Kontakt mit dem Unternehmen so einiges klar:

Bild:pixabay.com

Antwort des Unternehmens: „Es sind keine Unterlagen angekommen, aber es wurde aber auch keine Jobanzeige geschaltet!“

Was ist passiert? Der Bewerber ist einer gefälschten Job-Anzeige von Kriminellen aufgesessen. In der Regel werde diese bequem aus dem Ausland eingestellt, dabei sind Hintermänner so gut wie nicht greifbar. Dabei werden die Daten der Anwender gesammelt. Über Fake-Accounts übernehmen die Kriminellen die Identitäten der Nutzer und begehen schlussendlich kriminelle Handlungen. Dazu zählen z.B. Einkäufe in Online-Shops, wobei die Rechnung an die gestohlene Anschrift des Bewerbers ging.

Gefälschte Annoncen bei der Wohnungs-Suche:

Ähnlich erging es Anwendern bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Dabei stießen sie auf sehr preisgünstige Annoncen, wobei der Vermieter im Ausland wohnte. Für die zur Besichtigung benötigten Schlüssel fordert der Vermieter allerdings im Vorfeld eine Art „Kaution“, also einen Betrag für die Aushändigung der Schlüssel. Nach der Überweisung passierte allerdings nicht mehr viel. Es kamen keine Schlüssel, keine Informationen, nichts seitens des vermeintlichen Vermieters. Das überwiesene Geld war leider weg.

„So offensichtlich kriminell inspiriert sind die wenigstens Online-Anzeigen“

Gefälschte Anzeigen auf Verkaufsplattformen:

Ein weiterer Betrugsfall aus dem nahen Umfeld: Dabei wäre unser Interessent fast auf eine gefälschte Anzeige auf der Verkaufsplattform Quoka hereingefallen. Leider ist Quoka kein Einzelfall, auch auf vielen anderen Plattformen findet man immer wieder gefälschte Angebote. Lesen Sie dazu die interessanten Berichte wie „Betrugsmasche „Fakeshop“ bei Amazon.de!“ und Tatort Ebay-Kleinanzeigen.
In unserem Fall handelte es sich um eine gefälschte Anzeigen für ein zum Verkauf stehendes Saxophon. Nach Erstkontakt über Quoka mit dem Inserenten kam folgende Rückmeldung:
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Hallo,
Danke für Ihre Antwort.
Ich habe die Anzeige für einen Freund von mir gelegt.
Bitte kontaktieren Sie ihn, um weitere Informationen unter:
email@atixxman.xxx
Sein Name ist Alexander.
Dankeschön, Eckhart Nachname
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Rückmeldung von atixxman:

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[su_expand more_text=“mehr Text“ less_text=“weniger Text“]Hallo,

Ja, das Altsaxophon Selmer Super Action 80 II ist noch zu verkaufen. Ausgezeichneter Zustand, keine visuellen oder technischen Defekte. Sehr wenig und sehr gepflegt. Verkauft mit allen Zubehörteilen und vollständiger Dokumentation. Wenn Sie technische Daten benötigen, fragen Sie bitte und ich werde sie Ihnen zur Verfügung stellen.

Wenn Sie können, bitte mailen Sie mich auf Englisch, weil mein Deutsch nicht sehr gut ist.

Ich warte auf deine Antwort.

Dankeschön

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Weitere Rückmeldung von aTillman:

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The price for the Selmer Super Action 80 II is 1750 Euro.

I am in Belfast, UK and if you want to close this deal with me, I will send you the saxophone from here (I will pay the delivery cost).

I will send you the saxophone with „ESO Logistics (EU) Ltd“, their website is:

www.exx-group.xx

By using this company and their services, you receive the saxophone before I receive the money and this way you are 100% safe.

The delivery company has a „Safe Trade Protection Program“ and we will use this service to close our transaction, because we will be both protected and our transaction will be 100% safe.

I have used their services before and I was very pleased with the delivery time and with the quality of the services.

Using this delivery company we have a few advantages:

– This protection program was made exactly for this kind of transaction.

– You receive the saxophone and inspect it, before I receive the money, so there is no risk for you.

– You have 7 days to inspect the saxophone after you receive it and decide if you want to buy it or not.

– The saxophone is insured, so if anything happens with it during transportation, the delivery company will pay for it.

– The delivery fees are smaller, this way I am able to pay them.

You can find more information about the Safe Trade Protection Program on the website of the delivery company, by clicking on the link below:

www.exx-group.xx/howitworks.htm

If you are interested in closing this deal with me, please tell me and I will explain exactly how the process works.

I wait for your fast reply.

Thank you

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Egal wie raffiniert der Betrug vonstatten geht, die Kriminellen können hier nicht einfach das Geld auf ihr eigenes Konto überweisen lassen. Nicht nur, dass für die Eröffnung eines deutschen Kontos einige Hürden der Bank zu nehmen sind – im Falle eines Betruges ist auch schnell der Inhaber identifiziert. Daher versuchen viele Kriminelle, die Geschäfte über gefälschte Identitäten mit geklauten Daten und Ausweisen sowie über Logistik-Treuhänder mit Sitz im Ausland durchzuführen. Wurde das Geld einmal für gefälschte Ware überwiesen, ist es in er Regel auch weg. Der Käufer wartet dann vergebens auch seine Ware.
Nach Überprüfung der Domain in unserem Saxophon-Fall zeigte sich, das die Domain „atillmann.com“ in Panama registriert ist, abgewickelt über eine Treuhandfirma a la Western-Union-Masche damit die Hintermänner nicht ermittelt werden können.

Tipps vom botfrei-Team:

1. Senden Sie niemals persönliche Daten bzw. sensible Daten, wie Kopien des Personalausweises, Kreditkartendaten, oder andere Zahlungsmittel an fremde bzw. Ihnen unbekannte Personen.
2. Schauen Sie auf dem Internetauftritt der Firma, ob vakante Stellenausschreibung dort vorhanden ist. Überprüfen Sie die Kontaktdaten, sollten diese von den üblichen Firmen-Adressen @musterfirma.de abweichen, fragen Sie im Unternehmen telefonisch nach, bevor sie Ihre persönlichen Daten in die Hände der Kriminellen spielen.
3. Lassen Sie sich niemals auf dubiose Kautionen oder Vorgeschäfte ein, überweisen Sie niemals einfach Geld an unbekannte Firmen bzw. Mittels- oder Treuhändler mit evtl. Sitz im Ausland.
Lesen Sie auch unseren Artikel „Heute sprechen uns gefälschte E-Mails persönlich an!
 
Bild:pixabay.com; Fälschung